Tanzbären und Stabpuppen. Anekdoten und Groteskes zum alltäglichen Wahnwitz

Das 2016 erschienene Buch ist als Printbuch und E-Book beim Buchhändler und beim online-Buchversand erhältlich.

Auszüge:

Alltäglich fährt man mit der Bahn, sitzt in überfüllten Abteilen, schlängelt sich durch enge U-Bahn-Gänge, sieht fern, hört Nachrichten, liest Zeitungen und Zeitschriften, auch mal ein Buch – und ärgert sich. Warum? Weil man unentwegt auf Unverschämtheiten, Unhöflichkeit, Gedankenlosigkeit, Dummheit, auf Unwahrheiten und tradierte, eingeübte, spontane Verdummung und gesellschaftliche Zustände trifft, in denen Menschen wie dressierte Tanzbären agieren. „Tanzbären und Stabpuppen“ lenkt schlaglichtartig den Blick auf die vielen, auch alltäglichen Unsinnigkeiten, auf politische und religiöse Lügengeschichten, auf die Bereitwilligkeit der Bevölkerung, nur noch Publikum zu sein und sich den Mediendummheiten hinzugeben. Manchmal geschieht das mit einem Schmunzeln, einem satirischen Augenzwinkern, manchmal mit tiefem Ernst.Die versteckten Dummmacher

Die versteckten Dummmacher

Es ist wie bei einer Diät: es nützt nichts, nur die fein zubereitete Schweinshaxe oder die verzierte Sahnetorte zu meiden, sondern auch die Speisen mit den versteckten Fetten und Dickmachern, die, die den Anschein erwecken, kaum Kalorien zu enthalten, kaum Fett oder Zucker.
Mit der Religion ist es ähnlich: Nicht nur die Professionellen wollen sie einem verkaufen, nein, sie versteckt sich in Andeutungen, Nachrichten, Fernseh-Soaps und –Serien, Interviews. Besonders im Fernsehen reicht die Spannbreite der Bezüge auf einen Gott, auf Mystisches, auf Übersinnliches, auf Unerklärbares, auf göttliche oder sonstige unirdische oder unterirdische Bestimmungen und Beeinflussungen von der beiläufigen Bemerkung, dass man Christ und Politiker sei, bis zur Massenproduktion von Serien, die die Möglichkeit der Realität einer Überrealität immer tiefer ins Bewusstsein treiben. Bewusst und geschickt wird mit der dunklen und der hellen, der negativen und positiven Seite des Religiösen gespielt, dem absolut Guten und Bösen, den mythischen Urkräften, die das Dasein, die Handlungen und das Denken der Menschen bestimmen, vorherbestimmen. Es gibt das Böse und es gibt das Gute und jeder Mensch ist diesen Ursphären zugeordnet. Die einen gehen in die Verdammnis, die anderen ins Licht. Bewusst und geschickt werden Menschen zu Attributen ihrer religiösen Bestimmung erklärt (eben nicht umgekehrt); manche werden im Ungeiste des Bösen geboren, manche im Geiste des Lichts und des Guten. In der so genannten großen Politik reden dann geistig vernebelte Staatsmänner von einer Achse des Bösen, die Alltagssprache definiert Kinder nur als Angehörige einer religiösen Gruppe. Es ist das uralte Spiel von Schwarz und Weiß, von in-group- und out-group-Denken, von Gut und Böse, das unser Urteilen bestimmt. Und die dumpfen Soaps und Serien sind die heimlichen, versteckten religiösen Dickmacher. Sie impfen ihre Zuschauer täglich mit leichten oder harten Drogen religiösen, übersinnlichen Unsinns gegen klares Denken und Aufklärung, so dass das Gehirn aufgrund seiner Struktur gezwungen wird, das alte Spiel mitzuspielen, in Gegensätzlichkeiten, Unvereinbarkeiten, Ausschließlichkeiten – in Gut und Böse zu denken.

 

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